17.01.2018

In der Hülstener Wacholderheide

Am Dienstag, den 19. September 2017, waren die Umweltkundekurse der 8. und 9. Klassen mit Herrn Heimfarth, Frau Holtwick und Herrn Pavlovic auf Exkursion in der Hülstener Wacholderheide. Diese liegt in der Nähe von Hülsten am Nordrand der Hohen Mark und ist von Feldern und Wäldern umgeben.

Unsere Schule hat schon vor über 25 Jahren die Patenschaft über die Heide - Naturschutzgebiete in der Gemeinde Reken übernommen. So gehen jedes Jahr Umweltkundekurse in die Naturschutzgebiete in Hülsten und kümmern sich um die Heide, führen dort Pflegemaßnahmen durch.

Früher sorgten die sogenannten Heidschnucken der Heidebauern für den Erhalt der Heidelandschaften. Sie fraßen die jungen Eichen und Kiefern, aber nicht die Wacholder, da sie diese nicht mochten, weil sie Stacheln haben. Aus diesem Grunde konnte sich die Wacholder - Heide gut ausbreiten.

Nun muss die Arbeit von Menschen mit passenden Werkzeugen durchgeführt werden, beispielsweise mit Spaten, Beilen und Sägen. Nur so kann das Naturschutzgebiet überleben. Wenn die Umweltkundekurse nicht kommen würden, würden die Kiefern und Birken alles überwuchern und die Wacholderheide könnte aufgrund von Lichtmangel nicht überleben.

Dieses Naturschutzgebiet ist ungefähr 2,5 ha groß und in das Weiße Venn integriert. Es ist eins von den insgesamt drei Heide - Naturschutzgebieten im Kreis Borken. 

Das größte Naturschutzgebiet liegt in Ottenstein bei Ahaus und ist 9 ha groß. Das kleinste unter den drei ausgewiesenen im Kreis Borken ist die sogenannte Hülstenholter Wacholderheide, welches nur 0,7 ha groß ist. Diese drei Naturschutzgebiete sind die letzten Reste einer früher weit verbreiteten Landschafts-/Landnutzungsform im westlichen Münsterland.

 

Unser heutiger Begleiter, Herr Peter Pavlovic von der Unteren Landschaftsschutzbehörde, sagte uns, dass er sich besonders über die Existenz, das Auffinden von Wacholderjungpflanzen freuen würde, weil diese, aus ungeklärten Gründen, nicht so oft zu finden seien. Der aktuelle Bestand besteht lediglich aus Altpflanzen.

 

Er berichtete uns außerdem, dass der Wacholder von den starken Schneemassen geschädigt wurde. Der Schnee ist auf dem Wacholder liegen geblieben und dieser wurde dadurch niedergedrückt oder ist sogar auseinander gebrochen. Der abgebrochene Wacholder bewurzelt sich dann zum Teil wieder selbst und schlägt dann im Umfeld von drei bis fünf Metern wieder aus. Diese Pflanzen werden aber trotzdem nicht als Jungpflanzen bezeichnet.

 

Abplaggungsmaßnahmen waren heute nicht vorgesehen.

Herr Pavlovic erklärte den Jungen, dass sie die größeren Birken absägen sollen damit die lichtbedürftigen Wacholderpflanzen genug Sonnenlicht

abbekommen. Weitere Gruppen haben die Birken dann im Randbereich der Heide gelagert, entsorgt.

Eva, Anjuli, Judy und ich hatten die Aufgabe, die hartnäckige Pflanze Prunus serotina zu entfernen. Prunus serotina, die nordamerikanische Traubenkirsche, ist ein invasives Gehölz, sie verdrängt aufgrund ihrer Schnellwüchsigkeit einheimische Gewächse, und muss somit entfernt werden. Als wir Handschuhe angezogen hatten, haben wir uns jeweils ein kleines Beil genommen und haben dann in unserem Arbeitsbereich von der einen Seite angefangen alle Prunus serotina Pflanzen zu entfernen.

Man konnte diese teilweise mit den Händen aus dem Boden ziehen, wenn sie den ungefähren Durchmesser von einem Finger hatten. Wenn die Pflanzen dicker waren, konnte man mit dem Beil nachhelfen und sie an der Wurzel oder am Stamm abschlagen.

Auch wenn die Pflanzen jedes Jahr wieder entfernt werden, kann man nicht ganz verhindern, dass sie nicht wieder ausschlagen. Jedoch ist es sehr wichtig Prunus serotina immer wieder zu entfernen, weil sie als Konkurrenzpflanze bekannt ist und schnell keimt und wächst. 

 

 

 

 

Linda Bolle, 19.9.2017

 


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