28.01.2025

Schüler*innen der Q2 auf den Spuren deutscher Geschichte in Thüringen

Wie in der Q2 üblich, machten sich vor kurzem eine Gruppe von Schüler*innen aus dem Geschichte Leistungskurs und Grundkurs in Begleitung von Frau Kliem und Herrn Krause auf den Weg nach Thüringen. Die viertägige Exkursion führte uns zu historischen Orten, die Teile der deutschen Geschichte widerspiegeln.

Das erste Ziel unserer Reise war das Grenzmuseum Schifflersgrund an der ehemaligen innerdeutschen Grenze zwischen der DDR und der BRD. Bei einer Führung lernten wir, wie Deutschland über Jahrzehnte durch die Grenze geteilt wurde. Die Ausstellung zeigten die Tücken der Grenzanlagen, Fluchtgeschichten und das Leben im Schatten der Grenze.

Am zweiten Tag besuchten wir Weimar, eine Stadt von kultureller und politischer Bedeutung. Im Bauhausmuseum erhielten wir einen tiefen Einblick in die weltberühmte Kunst- und Designschule, die mit ihren revolutionären Ideen die Architektur und Kunst des 20. Jahrhunderts prägte. Besonders spannend fanden wir die Geschichten des künstlerischen Widerstandes gegenüber dem nationalsozialistischen Regime. Anschließend ging es weiter zum Haus der Weimarer Republik, wo wir mehr über die erste deutsche Demokratie erfuhren. In einer anschaulichen Ausstellung wurde uns bewusst, wie zerbrechlich Demokratie sein kann und wie Geschichte auch noch zu heutigen Zeiten sehr wohl relevant sein sollte, um aus Fehlern zu lernen.

Ein besonders prägender Programmpunkt war der Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald. Während einer sehr lehrreichen Führung erfuhren wir von den grausamen Bedingungen, unter denen die Gefangenen litten, und der unmenschlichen Ideologie des Nationalsozialismus. Das sonst so theoretische Unterrichtswissen eindringlich vor Augen geführt zu bekommen, führte bei vielen von uns zu einem noch größeren Bewusstsein für die Grausamkeiten dieser Zeit.

"Wir haben ja nichts gewusst." Ein Spruch, von vielen Weimarer Bürger*innen nach der Befreiung des KZs, der uns immer wieder während der Führung begleitet hat, und mit jeder weiteren Information auf unserem Weg durch Buchenwald wurde uns klar, dass dies nicht der Wahrheit entsprach. Jedoch blieb deutlich, dass auch wenn niemand heute sagen kann, wie er oder sie zur damaligen Zeit gehandelt hätte, Untätigkeit nicht der richtige Weg ist.

Am letzten Tag ihrer Reise besichtigte die Gruppe das ehemalige Stasi-Gefängnis Andreasstraße, in dem politische Gefangene in der DDR inhaftiert wurden. Die Führung durch ehemalige Zellen und Zeitzeugenberichten gab ihnen einen bewegenden Einblick in die Methoden des Ministeriums für Staatssicherheit und die Unterdrückung Andersdenkender. Die engen Zellen, die Verhörräume und die bedrückende Atmosphäre machten ihnen bewusst, wie dankbar man für sonst so selbstverständliche Grundechte wie Meinungsfreiheit sein sollte. Besonders einprägsam war für viele Schüler*innen die originale Isolationszelle, in der man durch die starke Schalldämpfung ausschließlich seine eigenen körperlichen Geräusche hörte.

Die Reise nach Thüringen war für alle eine lehrreiche und prägende Erfahrung. Sie konnten hautnah erleben, wie historische Ereignisse das Leben von vielen Menschen beeinflussten. Die Führungen und Besichtigungen haben ihnen nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch dazu angeregt, über Freiheit, Demokratie und eigene Verantwortung nachzudenken.

Mascha Diekert (LK Geschichte Q2)


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